Vor ein paar Wochen hat Tamara Juric für ein Interview angefragt. Thema: Die Zukunft von Websites, WordPress und KI. Ich saß eine Weile vor der Frage „Existieren Websites in fünf Jahren überhaupt noch?” und hab gemerkt – so einfach, wie sie klingt, ist sie nicht zu beantworten…

Hier mein Blick in die Glaskugel, kurz zusammengefasst:

Websites gibt’s auch in 5 Jahren noch – nur anders gebaut

Wir Entwickler:innen werden Websites nicht mehr Zeile für Zeile selbst bauen. Das übernimmt die KI. Unsere Aufgabe verschiebt sich: weg vom Umsetzen, hin zum Beraten. Wir Webdesigner:innen sagen der KI, was rauskommen soll – die Kundin bekommt am Ende trotzdem eine Website, die zu ihr passt.

Klingt nach Zukunftsmusik? Ist es nicht. Bei mir läuft schon heute ein Großteil der Programmierung über KI – ich mach die Vorgaben, kontrolliere das Ergebnis. Genau diese Kontrolle ist der Punkt, an dem’s spannend wird: reine Vibe-gecodete Websites sind eine Blackbox mit einem ordentlichen Sicherheitsrisiko.

Reines Handwerk stirbt aus, Beratung wird wichtiger

Wenn du als Webdesignerin ein fertiges Grafikdesign 1:1 in einem Pagebuilder nachklickst – dann wird dich die KI in absehbarer Zeit ersetzen. Das reine Handwerk stirbt, so bitter das klingt.

Wenn du deine Kund:innen aber berätst, mit ihnen Ideen entwickelst und sie zu mehr Sichtbarkeit und Umsatz bringst – dann ist KI kein Gegner, sondern der größte Produktivitätshebel, den du grad bekommen kannst.

Der Unterschied: Deine Kund:innen wollen sich nicht mit Webdesign beschäftigen. Sie wollen ein Ergebnis. Wie du dorthin kommst, ist ihnen ziemlich egal.

WordPress bleibt relevant – aber nicht mehr automatisch erste Wahl

WordPress läuft seit über 20 Jahren und immer noch auf einem riesigen Teil aller Websites weltweit. Und trotzdem: Für eine kleine, rein statische Seite, bei der sich in den nächsten Jahren weder Design noch Text ändern, würde ich heute nicht mehr automatisch zu WordPress greifen.

Für Unternehmenswebsites mit externen Datenquellen und individuellen Anforderungen bleibt WordPress dagegen für mich die sicherere Wahl – ein bewährtes, flexibles System statt etwas Neues, Hippes, das es in zwei, drei Jahren vielleicht schon wieder nicht mehr gibt.

Warum Community in der KI-Ära wichtiger wird, nicht unwichtiger

Das ist der Punkt, der mich beim Nachdenken über die Fragen am meisten beschäftigt hat. Technische Antworten holt sich heute fast jede:r selbst bei ChatGPT & Co. Aber eine KI ist letztlich nur eine Echokammer deines eigenen Inputs – sie bestätigt dich, egal was du ihr sagst, widerspricht dir aber nie und antwortet nie aus echter Erfahrung.

Genau deshalb wird der Austausch mit echten Menschen wichtiger, nicht unwichtiger. Motivation, Rückhalt, jemand, der dir ehrlich sagt „so würd ich das nicht machen” – das liefert dir keine KI, egal wie gut sie wird.

Das ganze Interview – für alle Details

Das war jetzt die Kurzfassung. Im vollständigen Interview mit Tamara geht’s noch tiefer – unter anderem, ob Kund:innen sich ihre Websites bald selbst zusammenprompten, was KI in meiner eigenen Arbeit schon konkret verändert hat, und meinen Rat an alle, die heute neu in die Branche einsteigen.

Zum vollständigen Interview auf KolibriDesign

Lass uns einfach Websites bauen,

Michael